Seit 2002 ist die aus 22 Doppeleinfamilienhäusern bestehende Siedlung im Bauinventar des Kanton Basel-Landschaft aufgenommen und trägt den Status «kommunal zu schützen» (Inventarnummer 276601953). In der Würdigung des BIB wird die klare Ordnung und Ausrichtung, sowie eine ökonomische Bauform und gute Unterteilung des Gartens der 22 frühmodernen Doppeleinfamilienhäuser hervorgehoben.
Die «Baugenossenschaft im Lerchengarten» war der Bauherr und hatte das Ziel, bezahlbaren Wohneigentum zu schaffen. Die Anlehnung an vorbildliche Siedlungen von Hans Bernoulli verleiht der Siedlung «im Lerchengarten» bis heute ihre einzigartige Qualität des Aussenraums und ermöglicht es den Bewohnern, den Strassenraum zu nutzen. Ein mögliches Vorbild könnte die von Hans Bernoulli und Ernst Eckenstein geplante und zeitgleich von Wilhelm Brodtbeck realisierte Wasserhaussiedlung in Münchenstein sein.
Aufgrund der wirtschaftlichen Bauweise und Verwendung vorgefertigter Bauteile kostete ein Haus für Erstbezieher, inklusive Grundstück, Umzäunung und Installationen (Gas, Wasser, Elektrizität), zwischen 23'500 und 25'000 Franken.Ursprünglich galt das Siedlungsgrundstück als unbrauchbare «Loch», die bereits damals durch die erhöhte Hauptstrasse von Westen her beschattet wurde. Durch die Anlage eines Innenhofs und die Gruppierung der Häuser um diesen gemeinsamen Aussenraum konnte diese Einschränkung teilweise umgangen werden.
Die Anlehnung an vorbildliche Siedlungen von Hans Bernoulli verleiht der Siedlung «im Lerchengarten» bis heute ihre einzigartige Qualität des Aussenraums und ermöglicht es den Bewohnern, den Strassenraum zu nutzen.
Die Siedlungsstruktur besteht aus 20 symmetrisch angeordneten Doppelhäusern entlang einer Mittelachse und einem zentralen Platz, wobei sich zwei Doppelhäuser südlich davon zur Hauptstrasse hin befinden. Die äussere Gestaltung der 22 Doppelhäuser zeigte ursprünglich groben gelblichen Putz mit blaugrauem Sockel, Ecklisenen und Fensterläden sowie einem dunklen Ziegeldach. Einige Details wie die fein gesprossten Fenster mit einfachen Holzläden oder die Haustüren mit verglasten Füllungen sind bis heute teilweise erhalten.
Die Grundrisse der Häuser sind zweckmässig und wirtschaftlich auf einer Grundfläche von 6 x 8,4 quadratmeter aufgeteilt. Ursprünglich bevorzugte der Architekt eine vertikale Mittenerschliessung, die jedoch während der Ausführung zugunsten einer besseren Erschliessung des Dachgeschosses aufgegeben wurde. Dadurch konnte das Badezimmer ins 1. Obergeschoss verlegt werden, anstatt es im Keller (Waschküche) unterzubringen. Bemerkenswert ist die damals moderne technische Ausstattung der Gebäude mit Badezimmern, Gasheizung, elektrischem Licht und Kanalanschluss.
Quellen: Schweizerische Bauzeitung 83/84 1924
Bauinventar Basel-Landschaft, 276601953 10.08.2006